Razorblades - Live Altstadtfest Eppingen 1986

PONKOFF CD 063 (2017) – Schnellrock aus dem Kraichgau. Live 1986.

Beschreibung

Live 5. Juli 1986 beim Altstadtfest in Eppingen.

23rd Peter : Gesang
Jens : Gitarre & Gesang
Ollo : Gitarre
Isti : Bass
Manfred : Schlagzeug

 

Full Audio

01 – Beer and dope my only hope – 2:06 min

02 – Ein bisschen Liebe – 2:29 min

03 – Hallo Helmut – 3:12 min

04 – Strange Blue Eyes – 2:58 min

05 – Weltuntergang – 3:43 min

06 – Proud Mary – 1:55 min

07 – Subway Killer – 4:11

08 – Flying Again – 2:23 min

09 – Woke up and found myself dead – 3:47 min

 

Cover File

Liner notes (2022)

Die in Kirchardt-Berwangen 1985 gegründeten Razorblades spielten ihre ersten Auftritte noch als Trio mit Peter am Gesang, Jens an der Gitarre und Manfred am Schlagzeug. Im Laufe des Jahres 1986 kam es zur Fusion mit der Eppinger Band Long Pin, deren Rhytmusgitarrist Ollo und der Bassist Isti künftig auch bei den Razorblades spielten. Ihr Debüt gab diese erste Fünferbesetzung auf der Open-Air-Bühne beim Altstadtfest in Eppingen am 5. Juli 1986. Für Ollo und Isti war es sogar ein doppeltes Konzert, da sie an jenem Tag erst mit Long Pin und später mit den Razorblades auf der Bühne standen. Die Tontechnik besorgte Thomas Brenner von Zunderland. Die Auftritte beider Bands liegen als Mischpult-Mitschnitte vor und haben deswegen ausgezeichnete (bei beiden Bands auch nie mehr erreichte) Tonqualität. Die Aufnahmen von Long Pin haben wir bereits 2002 vollständig veröffentlicht. Vom Razorblades-Konzert waren seit den 1990er Jahren zwei Titel auf Cassetten und als mp3 erschienen, das vollständige Material wurde aber erst 2017 veröffentlicht und ist um unvollständig erhaltene Titel gekürzt.

Die Erweiterung vom Trio zum Quintett war die eigentliche Geburtsstunde der Razorblades, da das Klangbild durch Bass und Rhythmusgitarre deutlich voller wurde, als es die bei den komödiantenhaften ersten Auftritten noch der Fall war. Außerdem schuf  Ollo mit seinem charakteristischen Metal-Rhythmusgitarrenspiel einen verlässlichen Unterbau für Jens, der in der erweiterten Besetzung viel freiere Möglichkeiten für seine Soli bekam. Die Band durchlief später einige Besetzungswechsel, wobei es noch einige Zeit beim Quintett und seinem Repertoire und Klangbild blieb. Erst mit dem Ausstieg von Gitarrist Jens, für den kein neuer Sologitarrist mehr gefunden wurde, wodurch sich der Gitarrenklang auf Ollos harte Metalgitarre beschränkte, ändete sich der Charakter der Band erneut deutlich.

Im vorliegenden Konzertdokument der ersten Fünferbesetzung sind mit „Beer and dope my only hope“ und dem viel zu braven „Hallo Helmut“ noch zwei Titel aus der Gründungszeit der Band enthalten, auf die man später bald verzichtete. Das ebenso brave „Proud Mary“ ist ein Klassiker von Creedence Clearwater Revival, der wegen seiner einfachen Akkorde gerne von Anfängerbands gecovert wird und auch nur in der frühen Phase der Band gespielt wurde. Im damaligen Razorblades-Programm befand sich mit „Bad Moon Rising“ jedoch noch ein weiterer CCR-Titel, der sich wegen seines strammen 2/4-Taktes später noch länger im Programm hielt. Das hier noch von Jens gesungene „Ein bisschen Liebe“ ist ebenfalls eine Coverversion, und zwar eine heterosexuell uminterpretierte Fassung eines Schwulen-Songs der Frankfurter Band Strassenjungs. Auch dieser Titel hielt sich, im Lauf der Zeit immer schneller gespielt, bis zum Ende der Razorblades über Jahre in deren Programm. Unter den Eigenkompositionen ragt „Strange Blue Eyes“ heraus, das ebenfalls von Jens gesungen wird. Mit „Flying again“ und „Subway Killer“ sind im Programm ausserdem noch zwei weitere Titel enthalten, die die Band praktisch während ihres gesamten Bestehens bis Mitte der 90er in diversen Besetzungen immer wieder spielen würde und die vielleicht die eigentlichen Razorblades-Hits waren.

Die Fotos für das Cover der CD entstanden ungefähr zur Zeit des vorliegenden Mitschnitts 1986 im Hof der Lindengasse in Berwangen, wo Peter in einer WG lebte und sich seinerzeit der erste länger genutzte Proberaum der Band in einem Gewölbekeller befand, nachdem man anfangs noch bei Manfred im Keller oder bei Jens im Dachgeschoss geprobt hatte. Der Eingang zum Gewölbekeller ist auf der Coverrückseite zu sehen. Der Gewölbekeller war nur bedingt für Bandzwecke tauglich. Er war zu feucht, um Instrumente dauerhaft zu lagern, und zu hellhörig, so dass es immer wieder zu Problemen mit der Technik oder den Mitbewohnern kam. Bald darauf bezog man einen trockenen und schallgedämmteren Proberaum bei Ollo in Eppingen.

Die Konzertmitschnitte von Razorblades und Long Pin aus Eppingen 1986 dokumentieren gleichermaßen die lebendige Eppinger Bandszene jener Zeit als auch die sehr engagierte Tätigkeit des Eppinger Jugendzentrums, das sich immer wieder für Auftrittsmöglichkeiten von Eppinger Nachwuchsbands einsetzte und viele Konzerte in den frühen Jahren der Razorblades erst ermöglichte. Die Band war zeitweise die „Hausband“ des Jugendzentrums und verbrachte auch einen Teil ihrer Freizeit dort.

Die Fotos machte Markus R. John, der der Band freundschaftlich verbunden war und die meisten Bandfotos schoss.

Reviews

Review Razorblades – Live Altstadtfest Eppingen 1986.

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